Anreise
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Im Vergleich zum Flugzeug oder einer eventuell vorhandenen Brücke ist dies allerdings weder die schnellste noch die preiswerteste Art, um vom Festland überzusetzen. Es ist aber die einzige Anreiseart, um etwas von der Lebensart, den Freuden und Alltagsproblemen der Insulaner mitzubekommen.
Dazu genügen schon ganz einfache, banale Erfahrungen: Man fährt mit dem Auto auf die Fähre, belegt seine Kabine oder geht auf einen ersten Drink ins Bordrestaurant, bemerkt, dass man die Kamera oder den Reservechip im Auto vergessen hat und will sie holen. ‚Sorry no entry!' – kein Zugang zum Cardeck während der Überfahrt - und schon befindet man sich in einer Situation, in der sich auch die Insulaner mehrmals im Jahr wiederfinden: Kein Zugang zur benötigten Infrastruktur, schnell knapp werdende Ressourcen, wenn die Fähren wegen stürmischen Wetters nicht fahren können.
Ruhe bewahren, man muss sich mit Vorhandenem bescheiden, in Geduld üben, improvisieren, ganz so wie die Einheimischen, die von ihrem Life-Line-Service abhängig sind.
Andererseits kommt man in den Genuss einiger ruhiger Momente, um Erlebtes einmal Revue passieren zu lassen oder um sich auf neue Eindrücke einzustimmen: Erste Kontakte zur lokalen Küche bei warmen Räucherfisch zum Frühstück, ein erster Drink von lokalen Brauerei- und Brennereierzeugnissen, für die Kinder ein Eis von der Crantit-Molkerei in Kirkwall. 
Wer nun mit einer Fähre nach Orkney will, dem bieten sich vier verschiedene Alternativen für die Überfahrt an, je nach Reiseart, Zeit- oder Kostenbudget.
Die längste und bequemste Überfahrt wird von der NorthLink-Reederei auf der Route von Aberdeen nach Kirkwall geboten. Meist gegen 18:00 Uhr zwängt sich die Fähre aus dem engen Hafen von Aberdeen, fährt die ganze Nord-Ost-Küste Schottlands entlang, umrundet die südlichen der Orkney-Inseln und Mainland im Osten bevor sie auf Westkurs geht und zwischen den rechts und inks aufblitzenden Leuchtturmsignalen den Weg nach Kirkwall zu finden.
Wer glaubt, dass alle Hotels und B&B-Unterkünfte Tür und Tor offen halten, um umherziehende Touristen für die Nacht einzuladen, der irrt. Kirkwall wie der große Rest der Inseln schläft um diese Zeit. Wach sind nur noch jene Vermieter, denen bei der Buchung der Unterkunft mitgeteilt wurde, dass es ein ‚late arrival' eine Ankunft mit der Nachtfähre gibt; diese Vermieter – und darauf kann man sich unbedingt verlassen – bleiben auf, bis der letzte Tourist sein Bett für die Nacht gefunden hat, auch wenn er dazu an eines der Inselenden reisen muss, was nochmals bis zu einer dreiviertel Stunde oder Stunde dauern kann.
