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Anreise

Written by Wolfgang Schlick.

Inseln sollte man sich immer nur mit dem Boot, der Fähre annähern. 

Im Vergleich zum Flugzeug oder einer eventuell vorhandenen Brücke ist dies allerdings weder die schnellste noch die preiswerteste Art, um vom Festland überzusetzen. Es ist aber die einzige Anreiseart, um etwas von der Lebensart, den Freuden und Alltagsproblemen der Insulaner mitzubekommen.

OLDMANDazu genügen schon ganz einfache, banale Erfahrungen: Man fährt mit dem Auto auf die Fähre, belegt seine Kabine oder geht auf einen ersten Drink ins Bordrestaurant, bemerkt, dass man die Kamera oder den Reservechip im Auto vergessen hat und will sie holen. ‚Sorry no entry!' – kein Zugang zum Cardeck während der Überfahrt - und schon befindet man sich in einer Situation, in der sich auch die Insulaner mehrmals im Jahr wiederfinden: Kein Zugang zur benötigten Infrastruktur, schnell knapp werdende Ressourcen, wenn die Fähren wegen stürmischen Wetters nicht fahren können.

Ruhe bewahren, man muss sich mit Vorhandenem bescheiden, in Geduld üben, improvisieren, ganz so wie die Einheimischen, die von ihrem Life-Line-Service abhängig sind.

Andererseits kommt man in den Genuss einiger ruhiger Momente, um Erlebtes einmal Revue passieren zu lassen oder um sich auf neue Eindrücke einzustimmen: Erste Kontakte zur lokalen Küche bei warmen Räucherfisch zum Frühstück, ein erster Drink von lokalen Brauerei- und Brennereierzeugnissen, für die Kinder ein Eis von der Crantit-Molkerei in Kirkwall.

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Wer nun mit einer Fähre nach Orkney will, dem bieten sich vier verschiedene Alternativen für die Überfahrt an, je nach Reiseart, Zeit- oder Kostenbudget.  

Die längste und bequemste Überfahrt wird von der NorthLink-Reederei auf der Route von Aberdeen nach Kirkwall geboten. Meist gegen 18:00 Uhr zwängt sich die Fähre aus dem engen Hafen von Aberdeen, fährt die ganze Nord-Ost-Küste Schottlands entlang, umrundet die südlichen der Orkney-Inseln und Mainland im Osten bevor sie auf Westkurs geht und zwischen den rechts und inks aufblitzenden Leuchtturmsignalen den Weg nach Kirkwall zu finden.

Gegen 23:00 Uhr legt sie am Hatston Terminal beim gleichnamigen Industriegebiet am Westrand der Inselhauptstadt an. 

HrosseyWer glaubt, dass alle Hotels und B&B-Unterkünfte Tür und Tor offen halten, um umherziehende Touristen für die Nacht einzuladen, der irrt. Kirkwall wie der große Rest der Inseln schläft um diese Zeit. Wach sind nur noch jene Vermieter, denen bei der Buchung der Unterkunft mitgeteilt wurde, dass es ein ‚late arrival' eine Ankunft mit der Nachtfähre gibt; diese Vermieter – und darauf kann man sich unbedingt verlassen – bleiben auf, bis der letzte Tourist sein Bett für die Nacht gefunden hat, auch wenn er dazu an eines der Inselenden reisen muss, was nochmals bis zu einer dreiviertel Stunde oder Stunde dauern kann.

 


Orkneys Campingplätze in Kirkwall und Stromness allerdings verweigern um diese Zeit die Zufahrt. Man muss sein Auto auf einem der Parkplätze vor der Schranke parken, kommt aber auf die Plätze, um sein Zelt aufzubauen oder die Sanitäreinrichtungen nutzen zu können.

Bis zu dreimal täglich in der Saison bietet gleichfalls NorthLink eine Möglichkeit zur Überfahrt auf der vielleicht schönsten Anreisestrecke: Mit der MV Hamnavoe HAMNAVOEgeht es in gut anderthalb Stunden von Scrabster, dem Fährhafen von Thurso an der schottischen Nordküste hinüber nach Stromness auf Orkney. Welche Überfahrt man wählt, sollte man von der eigenen Reiseplanung abhängig machen – und davon was man sehen will: Die frühmorgendliche Überfahrt ab Scrabster bietet das schönste Licht auf die wunderbar erhaltene alte Hafenstadt Stromness, das der Fähre seinen wikingerzeitlichen Namen Hamnavoe lieh. Die abendliche Überfahrt ab Scrabster bietet das schönste Licht auf die gewaltigen Klippen der Insel Hoy mit dem Old Man, dem höchsten ‚sea stack', der höchsten Felsnadel der britischen Inseln. Egal wie man sich entscheidet, beide Blicksituationen gehören zum Schönsten, was Fährfahrten in Schottland zu bieten haben ... weather permitting!

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Für die Rückfahrt auf dieser Relation bietet NorthLink sogenannte ‚early bird' tickets ab Stromness an. Die sind nicht preiswerter als die normale Übefahrt, bieten aber die Möglichkeit schon am Vorabend einzuchecken und die Übernachtung in einer Kabine an Bord an. Die Mehrkosten für die Übernachtung entsprechen den Kosten für eine normale B&B-Übernachtung pro Person. Man kann den Abend noch voll auf Orkney nutzen, spart sich das noch frühere Aufstehen und die Umstände im B&B und wacht stattdessen andern tags entspannt an der schottischen Küste auf.

Eine Alternative in der Form einer short sea crossing bieten Pentland Ferries auf der Strecke von Gill's Bay, östlich von Thurso auf halbem Wege nach John o' Groats's, nach St Margaret's Hope (Margaretens Bucht nicht Hoffnung) auf der Südmainland vorgelagerten Insel South Ronaldsay. Die Attraktion auf dieser Route ist zweifellos die moderne Katamaran-Fähre MV Pentalina der Privatreederei, die einzigartig in schottischen Gewässern ist.

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Dem Autofahrer, der auf dieser Route in der Saison die letzte Abendfähre nutzen will, dem sei allerdings eines empfohlen: Gleich nach der Fähre die erste Parkmöglichkeit ansteuern und warten, bis alle Einheimischen die Fähre verlassen haben. Ansonsten gerät zumindest die Fahrt bis Kirkwall gelegentlich zur gnadenlosen ‚Hetzjagd' der Einheimischen, die Stoßstange an Stoßstange den heimatlichen Garagen und Carports entgegenstreben.

Die Kombination der beiden letztgenannten Fährverbindungen bietet die Chance einer optimalen Routenplanung für all jene, die in relativ kurzer Zeit soviel wie möglich von Orkney Mainland sehen wollen und die dabei die weniger stark frequentierten Attraktionen Ost-Mainlands und der südlichen Orkney-Inseln nicht missen möchten.

Eine echte Alternative für alle, die ohne eigenes Fahrzeug reisen, bietet letzlich die Personenfähre MV Pentland Venture der John O' Groats Ferries Ltd von John o' Groats, der letzten Siedlung auf dem schottischen Festland nach Burwick an der Südspitze von South Ronaldsay. Es ist die preiswerteste Verbindung und zugleich die schnellste.

Die NorthLink Fähren sind alle als sog. Life-line-Service hevorragend mit dem übrigen öffentlichen Personenverkehr, insbesondere auch mit den Fernzügen abgestimmt. Innerhalb gewisser Grenzen warten die Fähren auf die Reisenden verspäteter Züge bis Thurso, so wie im umgekehrten Falle, die Fernzüge ab Thurso auf verspätete Fähren warten. Für John O' Groats Ferries Ltd besteht innerhalb Orkney Anschluss mit dem ÖPNV von und bis Kirkwall bzw. von und bis Thurso auf dem Festland. John O' Groats Ferries Ltd wird zudem von zahlreichen Tourveranstaltern bedient, die Tagesfernfahrten von und bis Inverness anbieten. Pentland Ferries, die sich stärker am regionalen Verkehrsbedarf der Anwohner orientieren, ist mit ÖPNV an die lokalen Zentren Kirkwall und Thurso angebunden.

 

Flugzeug

Es geht natürlich alles auch viel schneller als mit der Fähre ... und dabei noch deutlich preiswerter.

islanderSeit einigen Jahren fliegt die innerschottische Fluggesellschaft LoganAir im Franchise mit der britischen Fluggesellschaft FlyBe, die die innerschottischen Dienste von British Airways übernommen hat. Dies bietet mit allen schottischen Festlands-Flughäfen und den Regionalflughäfen auf Orkney eine Verbindung mit mindestens zwei Flugpaaren pro Tag.

Das ganze Buchungsgeschehen und Gepäckhandling wird dabei durch den großen Bruder FlyBe sichergestellt.

Da FlyBe zudem europaweit als Budget Airline antritt, ergeben sich preislich ausgesprochen günstige Flugbedingungen. Vorausgesetzt man kann frühzeitig genug buchen, ergeben sich dabei oft genug Möglichkeiten, bei denen lediglich der innerbritische Flug wesentlich zu Buche schlägt, während die Kosten für den innereuropäischen Zubringen gegen den mittlerweile schon sprichwörtlichen ‚einen Euro' gehen.

Bei Buchung im Dezember 2010 für Frühsommer 2011 konnte man – ohne die neue deutsche Flugsteuer – den Flug ab Deutschland nach Kirkwall für rund 130 £ plus eine B&B-Übernachtung am britischen Umsteigeflughafen buchen.

Kirkwalls Flughafen ist durch einen Zubringerbus mit dem Busbahnhof der Stadt verbunden. Der Fahrplan wird täglich auf den aktuellen Flugplan und evtl. Änderungen abgestimmt.

 

Stromness

 

Orkney

orkneyWer sich mit dem Schiff den Orkneys nähert, wird zunächst von der dramatischen Küstenlinie mit dem Old Man of Hoy konfrontiert, einer freistehenden Klippe aus rotem Sandstein.

Doch lassen Sie sich nicht täuschen, die Orkney Inseln sind weitestgehend sanft hügelig und mit üppigen Feldern.

In Kirkwall, Orkneys Hauptstadt, fahren Fähren zu den diversen kleinen Inseln. Auch bieten sich hier gute Einkaufsmöglichkeiten.

Die Landschaft der Orkneys lädt geradezu zu langen Spaziergängen ein oder ausgedehnten Radtouren. Auch Golf und Segeln sind hier sehr beliebt.

Taucher können hier bei Scapa Flow zu den Wracks der deutschen Schiffe tauchen, die dort im Ersten Weltkrieg sanken.skarabrae_wolfgang_schlick300

Auch Hobby-Archäologen finden auf den Orkney Inseln reichlich Material. Teile der Hauptinsel Orkney wurden zum Weltkulturerbe erklärt. Hier finden Sie neben dem Steinzeitdorf Skara Brae auch den Grabhügel Maeshowe, der rund 5.000 Jahre alt ist. In Stenness und Brodgar stehen Steinkreise.

Doch das solte einen nicht dazu verleiten zu glauben, dass die Orkneys in der Vergangenheit festhängen.  Hier finden Sie etliche zum Teil weltberühmte Schmuckhersteller und Künstler, deren Ateliers man stellenweise besichtigen kann.

Weitere Bilder finden Sie in der Galerie. Mehr Informationen und noch mehr Bilder finden Sie auf den Seiten der Orkney Communities

 

Finden Sie hier Unterkünfte auf den Orkney Inseln

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